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Mit einem Ruck für Kinder und Jugendliche im Landeshaushalt

„Wir wollen nicht am Preis drehen“ – Jugendverbände brauchen bessere Förderung, um Angebote aufrecht erhalten zu können

Stuttgart. In zwei Beschlüssen fordern die Jugendverbände die Kommunen und die Landesregierung zu Unterstützung auf – und dieses Jahr ist es dringender denn je: „Es drückt an vielen Ecken und Enden“, seufzt Alexander Strobel, Vorsitzender des Landesjugendrings. „Wir haben es aktuell nicht mit einer Krise zu tun, wir müssen leider von mehreren Krisen sprechen.“

Junges Ehrenamt stärken

Zum einen spürt die Jugendarbeit schmerzhaft die Nachwirkungen der Corona-Lockdowns. Weil weniger Angebote stattfinden konnten, konnten weniger Ehrenamtliche gewonnen werden, während die Aktiven den Jugendverbänden entwachsen. Das Ehrenamt ist aber Herz und Kern der Jugend­verbandsarbeit: „Selbstmachen und Selbstentscheiden-Können sind so ein großer Gewinn für junge Menschen und es ist eben eines der Hauptmerkmale der Jugendverbände und Jugendringe, das zu ermöglichen“, erklärt Strobel. „Wir brauchen dringend eine höhere Strukturförderung, damit Jugendverbände das Ehrenamt attraktiv gestalten, dafür motivieren und Freiwillige in ihrem Tun unterstützen können. Und natürlich brauchen wir generell eine bessere Anerkennungskultur vor allem in Ausbildung und Studium.“

Räume für Jugendarbeit fördern

Bei der Ehrenamtsgewinnung hören die Sorgen aber nicht auf. Selbstorganisierte Aktivitäten haben auch Kosten: Raummiete, Unterkünfte, Verpflegung, Transport, Heizung. Steigende Energiekosten stellen die Einrichtungen der Jugendarbeit schon jetzt vor existentielle Herausforderungen. „Jugendverbände und -ringe dürfen nicht viele Rücklagen bilden und sie können auch unendlich am Preis für ihre Angebote drehen. Denn sonst erreichen sie gerade die Jugendlichen nicht mehr, die vor allem die Angebote der Jugendverbände brauchen“, so Strobel.

Der Landesjugendring sieht verschiedene Ansatzpunkte: eine Beibehaltung der höheren Tagespauschale bei Freizeiten und Seminaren, dynamische Fördertöpfe für steigende Energiekosten, Förderung zur energetischen Sanierung für Einrichtungen der Jugendarbeit bis hin zu wirkungsvollen finanziellen Entlastungen für junge Menschen mit wenig Einkommen; vor allem aber eine höhere strukturelle Förderung für die Jugendverbände – also für die laufenden Kosten. Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden.

Strobels Appell: „Wenn der Landesregierung der gesellschaftliche Zusammenhalt einerseits und die Förderung der Demokratie andererseits wichtig ist, dann gibt sie sich in den kommenden fünf Wochen noch einen Ruck und verdoppelt den Ansatz für die Jugendverbände, den Landesjugendring und die Akademie der Jugendarbeit in den kommenden beiden Jahren. Das sind Mehrausgaben von 1,4 Millionen Euro pro Jahr. Wir sind überzeugt, dass nirgendwo im Staatshaushaltsplan eine Zukunftsinvestition mit weniger Geld mehr Wirkung entfalten kann.“

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Zu den Beschlüssen „Warme Räume für Kinder und Jugendliche“ und „Sichere Finanzierung auch in turbulenten Zeiten“: www.ljrbw.de/beschluesse.

Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft von 32 Jugendverbänden auf Landesebene und von den Orts-, Stadt- und Kreisjugendringen. Er vertritt darüber hinaus die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg.

Verantwortlich: Alexander Strobel (Vorsitzender)

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