Tickets ins Übermorgen - Zukunft der selbstorganisierten Jugendarbeit

Perspektiven für die selbstorganisierte Kinder- und Jugendarbeit

Aktuelle und zukünftige globale und gesellschaftliche Entwicklungen und Umbrüche haben weitreichende Folgen für Kinder und Jugendliche und damit auch für die selbstorganisierte Kinder- und Jugendarbeit in Baden-Württemberg.

Oftmals tradierte Strukturen reiben sich an Entwicklungen, die mit zunehmender Dynamik voranschreiten – und überall stellen sich verschiedenste Herausforderungen für die Arbeit der Jugendverbände. Während die einen mit der Gewinnung neuer Mitglieder zu kämpfen haben, stellt sich für andere eher die Frage, wie sie bei ständig wechselnden Generationen von Jugendlichen ihren Werten treu bleiben können.

Am 31.01.2015 gab der Kongress „Tickets in Übermorgen“ des Landesjugendrings den Anstoß für Überlegungen, wie die Jugendverbände sich aufstellen müssen, um die ihnen gestellten Herausforderungen meistern zu können. Die diskutierten Themen und Vorschläge zur Weiterarbeit der Kongress-Teilnehmer*innen werden jetzt in die weitere Arbeit des Landesjugendrings einfließen.

Zentrale Entwicklungen und Trends

Globalisierung

Globalisierung meint die zunehmende internationale Verflechtung in Wirtschaft, Politik und Kultur bezogen auf Staaten, Individuen und Institutionen. Angetrieben wurde die Globalisierung durch sinkende Preise für Rohstoffpreise und technische Entwicklungen in den Bereichen von Transport und Kommunikation. Weitere Antreiber sind das kapitalistische Wirtschaftssystem mit seinem Wachstumszwang und politische Entscheidungen zum Abbau von Handelshemmnissen (Zölle und sogenannte nicht-tarifäre Hemmnisse).

Die Globalisierung hat v.a. für  Menschen des globalen Nordens viele Vorteile gebracht. Weltweites Reisen und Zugang zu einer großen Warenvielfalt sind für uns selbstverständlich. Auch ist eine weltweit stärkere Vernetzung der Zivilgesellschaft aufgrund neuer Kommunikationstechnologien möglich geworden. Die Globalisierung bringt aber auch viele Herausforderungen und Gefahren mit sich: Arbeitsplätze sind weltweiter Konkurrenz ausgesetzt. Sie hat bisher auch keine gerechte Verteilung von Gütern ermöglicht, sondern durch Kriege um Rohstoffzugänge die Ungleichheit vergrößert. Weltweite Umweltzerstörungen und der Klimawandel sind zum Teil Folgen der Globalisierung.

Daraus ergeben sich drängende Fragen in Bezug auf Internationalisierung bzw. die Folgen wie kritischer Konsum und Suffizienz.

Soziale Gerechtigkeit

Soziale Gerechtigkeit bezeichnet allgemein akzeptierte und wirksame Verhaltens- und Verteilungsregeln für die Verteilung von Gütern und Lasten durch gesellschaftliche Einrichtungen (Stefan Hradil bpb 2012). In Deutschland ist man jedoch von einer sozial gerechten Verteilung weit entfernt - Die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich. Allein das oberste Prozent der Bevölkerung verfügte im Jahr 2011 über 23 Prozent des gesamten Vermögens. Dem gegenüber stehen 27 Prozent der Erwachsenen ohne Vermögen. Diese Vermögensverteilung ist vor allem auch in Bezug auf Herkunft, Geschlecht und Alter ungleich. So haben junge Erwachsene ein deutlich geringeres Nettovermögen als Ältere, Menschen mit Migrationshintergrund deutlich weniger als Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte und Frauen ein geringeres Nettovermögen als Männer.

In der heutigen postindustriellen Informations- und Dienstleistungsgesellschaft ist die Bedeutung von Information, Wissen und Qualifikation entscheidend und so prägt eine marktgängige (Aus-) Bildung mehr denn je die individuellen Beteiligungschancen in sämtlichen Bereichen wie Bildung, Arbeit und Gesellschaft. Der Bildungshintergrund wird weiterhin „vererbt“. Das bedeutet, dass die Bildungschancen der Kinder stark vom Bildungshintergrund ihrer Eltern abhängig sind. Kinder von Eltern mit akademischem Abschluss haben durchschnittlich einen höheren Bildungsabschluss als Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsgrad.

Kinder mit Migrationshintergrund sind im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligt. Ein Grund dafür sind Ausgrenzungsmechanismen und Vorurteile. Diese treffen jedoch auch auf andere Personengruppen zu, die sich durch Religion, Geschlecht, Behinderungen und Sexualität von der sogenannten Norm unterscheiden.

Klimawandel

Der Klimawandel ist durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe und dem steigenden weltweiten Ausstoß von Kohlendioxid und Methan in vollem Gange, was unter anderem zu schmelzenden Polkappen und der Erwärmung der Meere führt. Das hat wiederum je nach geografischer Lage Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürme und weitere extreme Wetterlagen zur Folge und ist vor allem in armen Ländern schon heute besonders stark zu spüren. Aus diesem Grund wird auf internationaler politischer Ebene versucht, das „2 Grad Ziel“ zu erreichen. Das bedeutet, dass die Erderwärmung 2 Grad nicht übersteigen sollte, da die Folgen sonst als nicht mehr kalkulierbar eingeschätzt werden.

Auch in Baden-Württemberg ändern sich die Wetterbedingungen und so ist die Durchschnittstemperatur in den letzten 100 Jahren um 1 Grad gestiegen und wird auch in Zukunft weiter ansteigen. Dadurch verschieben sich die Niederschläge tendenziell vom Sommer- ins Winterhalbjahr, was vor allem Folgen für die Landwirtschaft, aber auch für Outdoor Aktivitäten in Baden-Württemberg haben wird. Nun ist das Engagement jedes Einzelnen gefragt und die Übernahme von Verantwortung für das eigene Klimaverhalten: Es gilt den eigenen CO2 Verbrauch zu reflektieren, Mobilitätskonzepte zu erstellen sowie Projekte, Kampagnen und Bildungsveranstaltungen zu nachhaltiger Entwicklung stärker zu verankern.

WissensWerte: Klimawandel (CC-Lizenz by)
Digitalisierung des Alltags

Digitale Medien sind Teil des Alltags, was Chancen und Herausforderungen mit sich bringt - einige Herausforderung umreißt der folgende kurze Film:

Individualisierung

Individualisierung bezeichnet einen Mensch als Einzelnen in seiner jeweiligen Besonderheit. Durch die Industrialisierung und die Modernisierung der westlichen Gesellschaften wurde es für jeden einzelnen möglich, deutlich weniger  fremdbestimmt und mehr selbstbestimmt zu sein und zu handeln als jemals zuvor. Auch Berufe werden nicht mehr vererbt, sondern eigene Berufswünsche können verwirklicht werden.

Durch die eintretende Individualisierung, Pluralisierung und Entgrenzung verschwand die Normalbiographie und es entwickelten sich sogenannte Patchwork-Identitäten. War Identität früher ein biographisch erworbener „Besitzstand“, der die eigene Persönlichkeit umgab, stellt Identität heute einen offenen, nie ganz abgeschlossenen Prozess dar. Vielfältige, teils widersprüchliche Identitäten sind in einer Person vereint, selbst Geschlecht und ethnische Identität sind verhandelbar geworden. Dadurch entsteht eine flexible Identität ohne festes Zentrum.

Nicht alle bringen jedoch die notwendigen Kompetenzen und Ressourcen mit, um diese Lebensstrategie erfolgreich durchzuhalten, so dass Überforderung und sozialer Ausschluss die Folge sein können. Die zunehmende Individualisierung hat eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Folge, was sowohl Chance als auch Überforderung für den Einzelnen bedeuten kann. Allgemeine Unsicherheit, hohe Anstrengung und ein hohes Bedürfnis nach Anerkennung sowie ein steigendes Bedürfnis nach Orientierungsangeboten und –merkmalen können die Folge sein.

Gute Diskussionsansätze zum Thema Individualisierung bietet der Blog der SINUS-Studie.

Demografischer Wandel

Die Weltbevölkerung wird von heute etwa 6,5 Milliarden Menschen auf  über 9 Milliarden Menschen im Jahr 2050 anwachsen. Die Menschen werden im Durchschnitt älter sein als heute und der Anteil der in Städten lebenden Bevölkerung wird weiter steigen. In Deutschland hingegen wird die Zahl von über 81 Millionen im Jahr 2011 auf rund 65 bis 70 Millionen im Jahr 2060 sinken. Auch die Altersstruktur verändert sich: Lag der Anteil der unter 20-Jährigen 1980 noch deutlich über 25%, so war er 2010 erkennbar unter 20% gesunken und fällt weiter.

Demgegenüber steht der kontinuierliche Anstieg des Anteils der über 65-Jährigen. Grund dafür ist die besonders geringe Geburtenzahl pro Frau in Deutschland, die bei aktuell 1,4 liegt (2,1 Kinder pro Frau braucht es, um die Zahl der Bevölkerung stabil zu halten.) Die Zahl der  ausländischen Bevölkerung (ohne deutsche Staatsangehörigkeit) nimmt in Deutschland zu. Die Verteilung der ausländischen Bevölkerung ist jedoch sehr ungleich und liegt in Westdeutschland deutlich höher als in Ostdeutschland. Bundesweit hat mittlerweile jedes dritte Kind unter sechs Jahren einen Migrationshintergrund, in einigen Großstädten liegt der Anteil über 50% (vgl. Rauschenbach/Bien 2012, S. 11).

Diese Entwicklungen haben einen Wandel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Folge. Zu beachten ist jedoch, dass diese demographischen Entwicklungen global und regional unterschiedlich ausfallen. Die Zahl des Verlusts der Jugendlichen in BW ist ganz unterschiedlich je nach Kreis. Das führt dazu, dass Kinder und Jugendliche ein knappes Gut sind, was sowohl volkswirtschaftliche und sozialpolitische Folgen hat. Aufgrund der steigenden Zahl an Rentnern, und sinkenden Zahl von Jugendlichen kommt es zu einem Mangel an Fachkräften und Azubis. Deshalb braucht es mehr ausländische Fachkräfte, eine längere Erwerbsphase jedes einzelnen, was wiederum spätere Verrentung und beschleunigte Bildungsprozesse (G8, Bologna Prozess) zur Folge hat.

Ökonomisierung

In der Marktwirtschaft wird der Austausch von Rohstoffen, Produkten und Dienstleistungen nach dem Kosten-Nutzen-Prinzip geregelt. In den letzten Jahren wird  die Marktwirtschaft nicht mehr nur als die Beste aller Wirtschaftsformen erklärt, sondern zunehmend als alternativlos postuliert und damit ideologisch aufgeladen. Dadurch zählt nur noch die Kaufkraft einerseits und die Produktivität bzw. Leistungsfähigkeit andererseits. Entsprechend muss ökonomisch kalkuliert werden, um die Verschwendung der Ressourcen zu vermeiden und sie so produktiv wie möglich zu verwenden. Neu ist, dass immer mehr und womöglich irgendwann alle Gesellschafts-und Lebensbereiche danach ausgerichtet werden sollen.

Ökonomisierung verändert z.B. gesellschaftliche Teilsysteme wie Bildung, Kultur und Soziales in einer Weise, dass sie am Ende nichts anderes sind als Teilbereiche eines großen Marktes. Dadurch begegnen Menschen einander als Vertragspartner*innen in einem Tausch von Gütern, Leistungen oder Zugangschancen. Schon im Kindergarten sollen Kinder mit Englischunterricht fit für ihre Arbeitsmarktintegration fit gemacht werden und mit früher Förderungen durch Geigenunterricht, Ballett und anschließender Nachhilfestunde versuchen Eltern der bürgerlichen Mittelschicht ihren Kindern zu einer erfolgreichen Zukunft zu verhelfen. Für unproduktives Spielen mit Freunden bleibt da oft kaum noch Platz. Dadurch kommt es zu ständig steigendem Leistungsdruck in allen Lebensbereichen und der ungehinderten Weitung der Schere zwischen Arm und Reich. Das ist die Kehrseite der Ökonomisierung.

Ergebnisse der Arbeitsgruppen

Zielgruppengewinnung

Die Nachwuchsgewinnung ist ein zentrales Thema der Jugendverbandsarbeit – wie kann Engagement in der verbandlichen Jugendarbeit attraktiver und bekannter gemacht werden?

Aktuelle Herausforderungen

  • Teamer*innen, Referent*innen, Trainer*innen finden ist vor allem auf Ortsebene teilweise schwer
  • Angebote auf Landesebene werden oft abgesagt
  • Es gibt eine große Angebotskonkurrenz in der Freizeit für immer weniger Kinder und Jugendliche, auch zwischen Akteuren der Jugendarbeit
  • Sprunghaftigkeit von Teilnehmer*innen und Leiter*innen ist problematisch
  • Zeitmangel bei Mitgliedern (Bachelor, Master, G8…)
  • Hauptamtliche haben weniger Zeit, weil Verwaltungsaufwand steigt und dadurch weniger Zeit ist, selber zu gestalten und umzusetzen

Was kann getan werden?

(Lobby-)Arbeit der Jugendringe:

  • politischen Druck für Freistellung erhöhen
  • feste schulfreie Nachmittage in ganzer Stadt-/Gemeinde fordern
  • Freiraum für Jugendarbeit und Ehrenamt schaffen
  • Arbeitgeber sollten Mitarbeiter*innen fördern, die ehrenamtlich tätig sind
  • die Attraktivität der Juleica steigern und weitere Vergünstigungen schaffen; Bewusstsein für Vergünstigungen bei Juleica-Inhaber*innen erhöhen
  • Anreize und Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement ausbauen

Aktive Mitglieder-Werbung

  • Verbandsprofil gut nach außen darstellen
  • Werbung an Schulen und Hochschulen
  • FSJ und Praktika anbieten und dadurch ggf. Jugendliche fürs Engagement gewinnen
  • Aktionswoche von Verbänden anbieten (z.B. "Job-" und Infobörse mit lockerer Athmosphäre)
  • Soziale Medien nutzen und Angebote für Ehrenamt offen ausschreiben

Attraktivität des ehrenamtlichen Engagements steigern

  • Alternativen zu klassischen Gruppenstunden schaffen und andere Engagementformen entwickeln
  • Veranstaltungen, Projekte entwickeln, bei denen auch kurzfristige Beteiligung möglich ist
  • Kultur der Anerkennung stärken
  • Jugendarbeit sollte fehlerfreundlich sein und Spaß machen
  • Imagepflege: Profil des Jugendverbandes schärfen
  • Verbandsidentität stärken, "Wir-Gefühl" schaffen
  • Attraktivität der Verbände für Jugendliche kritisch überprüfen

Soziale Verantwortung verdeutlichen

  • Motivation für Beteiligung, soziale Verantwortung des Einzelnen stärken
  • Ziel ist mehr Nachwuchs zu gewinnen, der auch bereit ist Verantwortung für Leitungsfunktionen zu übernehmen

Öffnung für neue Zielgruppen / Reflektion möglicher Barrieren für ein Engagement im Jugendverband

  • Bewusstsein über die Vielfalt der Jugendlichen
  • Bewusstmachen der 'Barrieren' für potentielle Zielgruppen: wo wird es den Jugendlichen schwer gemacht, sich zu engagieren
  • Willkommensstruktur in den Jugendverbänden und -ringen steigern

Gute Rahmenbedingungen für Engagement im Jugendverband schaffen

  • Bürokratie abbauen, Strukturen entschlacken
  • klären, ob/wo mehr Hauptamt zur Entlastung der Ehrenamtlichen nötig ist
  • Aufgaben für Jugendliche sollten selbst gewählt, klar und ehrenamtstauglich sein
  • Verbandsstrukturen sollten für die Mitglieder transparent gestalten sein

Vernetzung und Austausch zwischen den Jugendverbänden und -ringen

  • Möglichkeit des Austausches nutzen und voneinander lernen
  • Gemeinsame Ressourcennutzung (z.B. Zelte, Infrastruktur,…)
  • Kooperationen zwischen Jugendverbänden bzw. Jugendringen stärker pflegen und befördern
Jugendarbeit und Schule

Es wurden Chancen und Schwierigkeiten in der Kooperation Jugendarbeit und Schule ausgetauscht und die Bedeutung klarer Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit betont.

Chancen aus der Zusammenarbeit mit Schule

  • Kompetenzgewinn für Zertifikat und Lebenslauf
  • Möglichkeit „neue“ Zielgruppen für Jugendverbandsarbeit zu gewinnen
  • Wichtig: Zeit für Vereinsarbeit soll trotz der Zusammenarbeit mit Schulen bleiben

Rahmenbedingungen zur Zusammenarbeit mit Schule

  • es muss geklärt sein, wer im Verband die Zusammenarbeit mit den Schulen leisten kann – Ehrenamtliche sollten damit nicht „überfallen“ werden
  • es muss geklärt sein, wie man mit der Gefahr von Ungleichheiten umgeht, wenn beispielsweise bei der Jugendarbeit an der Schule am Nachmittag Honorare bezahlt werden und bei Gruppenstunden am Abend nicht
  • man sollte aufpassen, dass man sich nicht nur die vermeintlich einfacheren Schulformen für die Zusammenarbeit auswählt

Vorschläge/Forderungen

  • einfache Regelungen in der Zusammenarbeit mit Schulen sind nötig
  • Erprobung der Zusammenarbeit in Modellprojekten, ohne sich langfristig festzulegen
  • Informationsveranstaltungen von Jugendringen zur Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Schule nötig
  • Möglichkeit zum regelmäßigen Austausch mit anderen Jugendverbänden zu ihren Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Schulen ist sinnvoll
Werte und Selbstbild

Selbstreflektion der eigenen Jugendarbeit und der Rolle in der Gesellschaft – auch dies war ein zentrales Thema in den Arbeitsgruppen.

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der eigenen Mandatsstruktur

Bisher nicht erreichte und gehörte Kinder und Jugendliche sollen durch geeignete Beteiligungstools erreicht werden.

Reflektion und Erweiterung von Beteiligungsformen

  • Analyse der derzeitigen Verbands- und Ringstrukturen: ist eine Öffnung für neue Mitgliederorganisationen möglich?
  • niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeiten für Nicht-Mitglieder in kleinen Vereinen und Jugendgruppen
  • in den Jugendringen weitere Vernetzungs- und Beteiligungsangebote für Jugendvereine und -verbände außerhalb der festen Strukturen ermöglichen (neben z.B. Vollversammlungen)

Vorschläge

  • Hinhören! Wo und was Jugendliche argumentieren
  • Verbandsebenen intern besser vernetzen

Werte in der selbstorganisierten Jugendarbeit

Wie kann Vielfalt in den Jugendverbänden und -ringen erreicht werden? Ist Bereitschaft in den Jugendverbänden da, dafür auch Werte zu verhandeln oder wird in Kauf genommen, dass Jugendliche einen Verein verlassen, wenn sie sich mit dessen Werten nicht identifizieren?

Fragen zur Wertediskussion

  • Was tragen Jugendverbände allgemein zur Wertebildung bei?
  • Sind die Werte, die für Jugendverbände selbstverständlich sind, auch für die in den Jugendverbänden engagierten Jugendlichen selbstverständlich?
  • Können die Werte der Jugendverbände als gegeben vorausgesetzt werden oder braucht es eine gemeinsame Aushandlung der Werte mit den engagierten Jugendlichen?
  • Sind die Werte im Jugendverband existenziell und damit unantastbar und wenn welche Werte sind das? Welche Konsequenzen kann das für engagierte Jugendliche haben?

Möglicher Beitrag der Ringe zur Wertediskussion

  • gemeinsame Wertebasis der verbandlichen Jugendarbeit aufzeigen

Selbstreflektion

  • kritische Prüfung der Attraktivität der Jugendverbände für Jugendliche
  • kritische Prüfung der Angebotsvielfalt für sinkende Zahl an Jugendlichen
  • Öffnen der Jugendverbände für neue Zielgruppen

Werte der Jugendarbeit in der Gesellschaft

  • selbstorganisierte Jugendarbeit mit ihren Grundprinzipien (Freiwilligkeit, Offenheit, Lebensweltorientierung, Selbstbestimmung) soll ein wichtiger Pfeiler der Gesellschaft bleiben
  • Projekte initiieren, um Werte der selbstorganisierten Jugendarbeit gesellschaftlich zu verankern (z.B. LJR-Projekt "Jugend im Wertall" re-aktivieren)
  • Prinzipien und Werte der Jugendverbände den Jugendlichen und anderen Akteuren bewusst machen, z.B. durch Aktionswoche für Vereine und Verbände, oder lokale Möglichkeiten ausschöpfen, Zusammenarbeit mit Schulen und Stiftungen

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