U18: Jugendwahlen in Baden-Württemberg

Eine U18- oder U16-Jugendwahl ist das Pendant zu den "echten" Wahlen. Bis zu neun Tage vor der jeweiligen Europa-, Bundestags- oder Landtagswahl dürfen landesweit alle Kinder und Jugendlichen, die noch kein aktives Wahlrecht besitzen, ihre Stimme abgeben – und zwar unter nur leicht veränderten Bedingungen.

Was ist U18?

U18 ist ein Projekt der politischen Bildung und zeigt gleichzeitig, dass Kinder und Jugendliche sich ernsthaft mit Wahlen auseinandersetzen können und wollen. U18- bzw. U16-Wahlen finden immer neun Tage vor einem offiziellen Wahltermin statt. Sie sollen, in Vorbereitung auf die Wahlen, Anlass für selbstorganisierte politische Bildung bieten. Je nach Altersgruppe, verfügbaren Ressourcen und Engagement werden Aktionen und Events durchgeführt, mit denen die jungen Wählerinnen und Wähler auch lokale Politiker*innen erreichen. So kann U18 im Optimalfall in beide Richtungen wirken: junge Menschen beschäftigen sich mit Politik – und bringen junge Themen in die Politik ein!

Am Wahltag sind die Wahllokale bis 18 Uhr geöffnet. Die Ergebnisse werden in eine Software eingegeben und gesammelt veröffentlicht.

Wie kann ich mitmachen?

Um bei U18 mitzumachen, kann man entweder ein Wahllokal selbst anmelden, Aktivitäten und Aktionen planen oder einfach nur wählen gehen.

U16-Europawahl 2024

Am 9. Juni 2024 finden die Europawahlen in Deutschland statt, in allen Ländern der Europäischen Union wird gewählt. Eines ist ganz wichtig: junge Menschen ab 16 dürfen ab jetzt mitwählen!

Die U16-Wahlen zur Europawahl finden eine Woche ab dem 27. Mai statt und die Ergebnisse werden ab dem 31. Mai veröffentlicht.

Ab April veröffentlicht die Bundeskoordinierungsstelle beim Deutschen Bundesjugendring (DBJR) Sharepics, Vorlagen und weitere Materialien rund um die U16-Europawahl. Wer ein Wahllokal anmelden möchte, findet weiter unten mehr Infos dazu.

Der Landesjugendring begleitet die U16-Europawahl administrativ, jedoch können wir keine umfangreichen Beratungen zu U16-Projekten anbieten. Bitte vernetzt euch vor Ort, z. B. mit dem Stadt- oder Kreisjugendring. Gerne schlagen wir auch für euch nach, ob in eurer Gegend bereits ein Wahllokal angemeldet wurde.

Wahllokale einrichten und betreuen

Prinzipiell kann jede Organisation, Initiative oder Einrichtung, die parteilos unabhängig und demokratisch gesinnt ist, ein Wahllokal einrichten. Die Anmeldung der Wahllokale erfolgt über die Homepage des Bundesnetzwerks www.u18.org.

Bei der Wahl der Örtlichkeit sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wahllokale sind an keine spezifischen Orte gebunden. Idealerweise werden sie an den Orten eingerichtet, an denen sich Jugendliche aufhalten: an Schulen, in Vereinen und Jugendhäusern, an öffentlichen Plätzen und in Freizeiteinrichtungen wie Sportplätzen oder Schwimmbädern. Auch mobile Wahllokale sind möglich, z.B. als Traktor übers Land, mit dem Bollerwagen durch die Innenstadt oder mit dem Wahl-Schiff auf dem Neckar.

U18-Wahllokal: Vorbereitung

Zur Durchführung der Wahl müssen die Wahllokale lediglich Wahlurnen, Wahlkabinen, Stifte und Stimmzettel bereitstellen. Die Stimmzettel werden als Download zur Verfügung gestellt und müssen vor Ort nur noch ausgedruckt werden. Vor Ort sollte ein ausreichend großes Helfer*innen-Team bereitstehen. Sowohl die Anmeldung der Nutzer*innen und der Wahllokale, als auch die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt über die U18-Wahlsoftware unter u18.org.

Eine Anmeldung der Wähler*innen ist nicht nötig, lediglich die Verantwortlichen für ein Wahllokal müssen sich in der Software anmelden.

Unterstütze uns als Regionalkoordinierende*r!

Die neue U18-Wahlsoftware ermöglicht es, Regionalkoordinierende zu bestimmen, die alle Wahllokale in einem bestimmten Gebiet betreuen. Das kann zum Beispiel für Jugendringe interessant sein, die ihre Verbände vor Ort unterstützen möchten oder für Träger, die sich regional vernetzen.

Wer Interesse an der Funktion als Regionalkoordinationsstelle hat, darf sich gerne bei Karoline melden: u18-bw@ljrbw.de.

Demokratiebildung mit U18

Als Instrument der außerschulischen politischen Jugendbildung bereitet die simulierte Abstimmung mit den flankierenden Bildungsangeboten in den Wahllokalen Kinder und Jugendliche auf ihre spätere Beteiligung bei Wahlen vor. Gleichzeitig sensibilisiert sie für die eigenen politischen und gesellschaftlichen Interessen, weckt Interesse an Beteiligung und kann Debatten über das Wahlalter anregen.

Das Projekt U18 soll die Ernsthaftigkeit im Umgang mit der Landtagswahl, Bundestagswahl oder Europawahl vermittelt werden und die Kinder und Jugendlichen spielerisch an politische Inhalte, Parteien und das Wahlverfahren herangeführt werden. U18 bringt junge Menschen untereinander und mit Politik in Kontakt. Durch das mit dieser Aktion geweckte Interesse bei den Kindern und Jugendlichen an Politik bieten sich für die in der Jugendarbeit tätigen Organisationen Gelegenheiten, ihren Auftrag „Politische Bildung“ durch weiterführende Projekte umzusetzen. Die Erfahrung zeigt, dass auch nach der U18-/U16-Wahl bei Auswertungen, Podiumsdiskussionen etc. junge Menschen und Politiker*innen miteinander ins Gespräch kommen.

U18 ist mehr

Eine U18-/U16-Wahl ist mehr als der reine Wahlakt: Mit der Anmeldung eines Wahllokales beginnen Kinder und Jugendliche die Vorbereitungen auf ihre eigene Wahl. Ihre selbstbestimme Meinungsbildung, die Auseinandersetzung mit dem politischen System und die Beantwortung ihrer Fragen sind Herzstück des Projekts U18. Durch die Aktivitäten der Wahllokale und der weiteren beteiligten Institutionen im Vorfeld der Wahlen erkennen die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Themen und Prioritäten und diskutieren sie untereinander.

Im Nachgang zu den Wahlen kann mit weiterführenden Projekten am politischen Interesse, das durch das U18-Projekt geweckt wurde, angeknüpft werden. Ziel ist das dauerhafte politische und gesellschaftliche Engagement. Gegenstände der Weiterarbeit können etwa die Auswertung der Wahlen oder die Auseinandersetzung mit der medialen Berichterstattung sein.

Initiator und zentrale Landeskordinierungsstelle des U18-Projekts in Baden-Württemberg ist der Landesjugendring Baden-Württemberg e. V. in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg e. V. (AGJF).

Mehr Infos zu U18 unter www.u18.org

Wer steckt hinter U18?

Organisator*innen

U18 wurde initiiert und wird bundesweit durchgeführt vom Netzwerk U18, das aus öffentlichen und freien Trägern besteht. Dazu gehören der Deutsche Bundesjugendring (DBJR), das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), die Landesjugendringe, viele Jugendverbände und das Berliner U18-Netzwerk. Regional wird die Kinder- und Jugendwahl von Landes- und Regionalkoordinierungsstellen und vor Ort natürlich von den vielen Menschen in den einzelnen Wahllokalen organisiert. Die Koordinierung von U18 in Baden-Württemberg übernimmt der Landesjugendring.

Wie finanziert sich U18?

U18 lebt vom großen Engagement der beteiligten Einrichtungen und Institutionen. In die Vorbereitung fließt sehr viel ehrenamtliche Arbeit ein. Die Unterstützungsangebote der Bundeebene werden aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes finanziert. Vor Ort liegt die Finanzierung bei den Trägern der Wahllokale. Der Landesjugendring unterstützt bei Bedarf bei Begleit- und Werbematerialien.

U18 in der Vergangenheit

Die Idee zu U18 entstand 1996 in einem Jugendklub in Berlin mit einem einzigen Wahllokal. Die erste Durchführung in Baden-Württemberg gab es 2009. Bei der U18-Bundestagswahl 2017 gaben es in Baden-Württemberg fast 27.000 Kinder und Jugendliche in über 160 Wahllokalen ihre Stimme ab.