Youth Refugee Network (YRN)

Das Youth Refugee Network ist eine Plattform für junge Geflüchtete in Baden-Württemberg, die sich politisch und sozial engagieren möchten. Die Jugendlichen bekommen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen umzusetzen.

Was ist das YRN?

2020 bis 2021 fördert das YRN Projekte, in denen junge Menschen mit Fluchterfahrung selbstwirksam Partizipation erleben. Die Projekte sollen den jungen Menschen Angebote zur Freizeitgestaltung und Interessenvertretung bieten sowie Zugänge in die Mitwirkungsstrukturen der Jugend(verbands)arbeit schaffen. Besonders begrüßt wird die Bewerbung von selbstorganisierten Initiativen junger Geflüchteter.

Bei dem YRN handelt es sich um die Weiterentwicklung des Projekts Youth Refugee Council (YRC), das 2015 aus einem gemeinsam mit jungen Geflüchteten veranstalteten Fachtag entstand. Zudem organisierten und moderierten Teilnehmende des YRC im Jahr 2016 eine Jugendkonferenz zum Thema „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“. Die 2015/16 entwickelte Zielsetzung bleibt auch im YRN erhalten: Junge Geflüchtete werden in ihrer Selbstorganisation unterstützt und vernetzt.

Ausschreibung 2020/21

Ab sofort und bis Anfang 2021 können Projektmittel beantragt werden für Projekte, die die Selbstorganisation und Partizipation von jungen Geflüchteten fördern.

Hinweis: Wenn du den Text schlecht verstehst, nimm die Ausschreibung in einfacher Sprache. Du findest sie weiter unten, unter "Downloads zur Ausschreibung".

Wer kann sich bewerben?

Anträge können von folgenden Akteuren mit Sitz in Baden-Württemberg gestellt werden:

  • gemeinnützige Körperschaften (z.B. Vereine, gemeinnützige GmbH, etc.)
  • öffentlich-rechtliche Körperschaften (Kommunen, kirchliche Einrichtungen, etc.)
  • (Jugend-)Initiativen ohne formale Trägerschaft (z.B. selbstorganisierte Jugendgruppen, Asylarbeitskreise, Ehrenamtsinitiativen, etc.)

Besonders begrüßt wird die Bewerbung von selbstorganisierten Initiativen junger Geflüchteter. Einzelpersonen mit Projektideen können sich an die Projektfachstelle wenden und werden mit potentiellen Träger*innen in Kontakt gebracht.

Die Einbindung ins Projekt erfolgt über einen Zuwendungsvertrag. Die Einbindung von Initiativen ohne formale Trägerschaft erfolgt über einen privatrechtlichen Vertrag.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Projekte, in denen junge Geflüchtete im Alter von 18 bis 35 Jahren Verantwortung übernehmen und eigene Ideen umsetzen. Die Projekte sollen den jungen Menschen Angebote zur Freizeitgestaltung und Interessenvertretung bieten sowie Zugänge in die Mitwirkungsstrukturen der Jugend(verbands)arbeit schaffen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind von der Ideenentwicklung, über die Antragsstellung, bis zur Umsetzung und dem Abschluss des Projekts in jedem Schritt miteinbezogen.

Projekte, die in den Aspekten Thema, Zielgruppe oder Methode klar als neue Projekte von den bisherigen Tätigkeiten der Antragssteller abgrenzbar sind, sind ausdrücklich erwünscht.

Die Projekte müssen mindestens drei und können bis zu zwölf Monate dauern und können zu einem oder mehreren der folgenden Förderschwerpunkte passen:

  • Jugendbeteiligung (z.B. politische Beteiligung, Beteiligung im Quartier, usw.)
  • Engagementförderung (z.B. kulturell, sozial, intergenerationell, integrativ, usw.)
  • E-Partizipation.
Begleitmaßnahmen

Im Rahmen des YRN werden für die geflüchteten Aktiven der Projekte Qualifizierungen angeboten.

Eine Jugendleiter*innen-Ausbildung (40 Einheiten á 45 Minuten) bildet die Grundlage und kann mit verschiedenen Wahlmodulen zu Themen wie Projektmanagement, jugendpolitische Strukturen, Öffentlichkeitarbeit, etc. ergänzt werden. Die Teilnahme an der Jugendleiter*innenausbildung und an mindestens einem Wahlmodul ist für die jungen Geflüchteten, die in ihren Projekten eine Verantwortungsrolle einnehmen, verpflichtend. Weitere (geflüchtete) Teilnehmende der Projekte können ebenfalls an den Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen.

Wie hoch ist die Förderung?

Es können bis zu 7.000,-€ Sach- und Personalmittel pro Projekt beantragt werden.

Wie läuft das Antragsverfahren?

Das Antragsverfahren erfolgt in zwei Schritten, die den Prozess für die Antragsteller vereinfachen sollen:

  • Schritt 1: Interessierte Antragssteller beantworten schriftlich oder telefonisch (kurz!) die Fragen „Wer sind wir?“, „Was wollen wir machen?“ und „Was wollen wir damit erreichen?“.
  • Schritt 2: Alle förderwürdigen Projektideen werden in einem Antragsformular ausformuliert. Das ausgefüllte Antragsformular wird per Mail an die Projektfachstelle geschickt.

Die Ausschreibung und das Antragsformular stehen zum Download auf der Internetseite des Landesjugendrings zur Verfügung oder können per Mail angefordert werden.

Frist

Der Bewerbungszeitraum beginnt ab sofort. Interessierte Akteure können sich laufend bis zum 04.01.2021 bewerben.

Die Projekte können mit Bewilligung direkt starten. Alle geförderten Projekte müssen bis zum 31.04.2021 abgeschlossen sein.

Wer entscheidet über meinen Antrag?

Alle eingegangenen Anträge werden vom Landesjugendring gesichtet und bewertet. Über die Entscheidung wird schriftlich informiert.

Fragen zum Ablauf? Unterstützungsbedarf bei der Antragsstellung?

Per Mail oder Telefon steht die Projektfachstelle bei Fragen zur Verfügung:

Maria Tramountani

Landesjugendring Baden-Württemberg e.V.
Siemensstraße 11, 70469 Stuttgart

0711 16447 – 44
tramountani@ljrbw.de

www.ljrbw.de/yrn

Ihr wollt wissen, was im YRN so passiert?

In unserem Blog erfahrt ihr mehr: www.ljrbw.de/yrn-news

Unser Campus-Projekt

Im Rahmen des YRN engagierten sich junge Menschen mit Fluchterfahrung im Teilprojekt Campus. Von Januar bis Dezember 2019 besuchten sie verschiedene Jugendorganisationen und lernten ihre Arbeit kennen. Die Themen, Dauer und Form des Ehrenamts haben sie gemeinsam mit „ihren“ Verbänden und Jugendringen entschieden. Es waren 13 junge Geflüchtet im Alter von 18 bis 35 Jahren aus Syrien, Afghanistan, Gambia und Guinea in neun Jugendorganisationen in ganz Baden-Württemberg aktiv.

So plante beispielsweise eine junge Syrerin eine Jugendbegegnung mit tunesischen Jugendlichen im Rahmen der Aktivitäten des Stadtjugendrings Stuttgart. Ein junger Afghane machte seine Jugendleiter*innenausbildung und betreute mit einem Team weiterer Jugendlicher eine Sommerfreizeit des Jugendwerks der AWO Baden-Württemberg. Und ein junger Mann aus Gambia führte gemeinsam mit dem Evangelischen Jugendwerk Baden Workshops über das Leben im Krieg und auf der Flucht an Schulen durch.