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Ein Kugellabyrinth verdeutlicht die komplexen Strukturen der Jugendarbeit in Baden-Württemberg

dreimaldrei – Stärkung der Jugendringe vor Ort

KVJS-Modellvorhaben von September 2015 bis Dezember 2017

Der Landesjugendring Baden-Württemberg will in den Modellregionen Jugendringe vor Ort als legitime und moderne Form der Partizipation – hier verstanden mit den Aspekten der politischen Beteiligung und gesellschaftlichen Teihabe von Kindern und Jugendlichen – (neu) verankern. Ehrenamtliches Engagement soll attraktiv(er) werden und den kommunalen Entscheidungsträger*innen die Bedeutung der Ringe für Selbstorganisation, politische Beteiligung und Interessensvertretung (neu) verdeutlicht werden.

Entscheidend für den Erfolg des Vorhabens ist, dass es gelingt, den Mehrwert hauptberuflicher Unterstützung der Ringe v.a. auf Kreisebene deutlich zu machen. Es soll vermittelt werden, dass diese Aktivitäten für Kinder und Jugendliche eine wichtige Investition in die Zukunft der Kommunen sind und dass damit die Verbundenheit junger Menschen mit der Region gestärkt wird.

Grundsätzlich wollen wir Zielgruppen mit dem Modellvorhaben auf drei Akteurs-Ebenen ansprechen. Unsere Ziele sind:

  1. der Politik und Verwaltung die Attraktivität der Jugendringarbeit zu verdeutlichen sowie Unterstützung zu erhalten bzw. zu erweitern,
  2. der Jugendarbeitsstruktur vor Ort neue positive Impulse zu geben und Ringarbeit als konkrete Entlastung für Jugendorganisationen und jugendliche Engagementformen erlebbar zu machen,
  3. Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein konkretes Angebot zur Partizipation und Verantwortungsübernahme zu machen, in dem sie sich passgenau und ihren Bedürfnissen entsprechend engagieren und den Nutzen daraus erkennen können.

Projektstandorte

Unser Projekt „dreimaldrei“ läuft an den Modellstandorten in der Stadt und im Landkreis Lörrach, im Landkreis Tübingen und im Landkreis Heidenheim. Ebenfalls involviert sind die Landkreise Main-Tauber und Ravensburg, in denen über dreimaldrei ähnlich gelagerte Prozesse angestoßen wurden. Die Ausgangslagen und Entwicklungsaufgaben vor Ort sind sehr unterschiedlich. Die Bandbreite reicht vom rein ehrenamtlich besetzen bis zum gut etablierten Jugendring mit eigener hauptamtlicher Struktur

Neue Herangehensweise

Wir verbinden klassische Methoden der Organisationsentwicklung und -beratung mit innovativen Ansätzen wie bspw. der Verankerung einer Stakeholderanalyse[1]. Stakeholder sind aus den drei Akteurs-Ebenen u.a. Jugendliche, Vertreter*innen von Jugendhilfeträgern und politische Mandatsträger*innen. Damit ist das Neue an unserer Herangehensweise, dass wir sowohl die Zielgruppen als auch die Akteursebenen betrachten. Wir sind überzeugt,

  1. dass erfolgreiche Jugendpolitik starke Jugendringe braucht,
  2. dass Ringarbeit notwendigerweise aktive Unterstützung aus Politik und Verwaltung vor Ort braucht und
  3. wir gehen davon aus, dass es vor Ort definierbare Faktoren gibt, die ehrenamtliches Engagement ganz konkret erleichtern können.

Die klare Benennung der Zielgruppen vor Ort, der Akteursebenen und der „Erleichterungsfaktoren“ stehen konsequenterweise am Anfang des Prozesses.

Jugendringe werden explizit in Kooperation zu kommunalen Stellen gedacht. In den ausgewählten Modellregionen (die eine große Heterogenität repräsentieren) wollen wir gelungene Modelle für moderne Jugendringarbeit entwickeln und implementieren. Wir schaffen Entwicklungsräume innerhalb der demokratisch legitimierten und grundsätzlich erfolgreichen Struktur Jugendringe für moderne Formen der Beteiligung, politische Einmischung und ehrenamtliches Engagement.

Das Drei-Phasen-Modell

Unser Lösungsansatz gründet sich auf einem dreiphasigen Modell:

  1. Erhebungs- und Vereinbarungsphase,
  2. Veränderungsphase,
  3. Implementierungs- und Transferphase.

Mit erfolgreicher Implementierung moderner und attraktiver Ringstrukturen und Beteiligungsmöglichkeiten in den Modellstandorten soll daher auch landesweit die Neuartigkeit des Ansatzes herausgestellt werden und damit auf andere Regionen im Land ausstrahlen.

Der Erfolg und die nachhaltige Verankerung des Modellvorhabens misst sich daran, dass Jugendringe folgendermaßen wahrgenommen werden:

  • Jugendringe dienen der guten Vernetzung von Jugendverbänden und Kommunen,
  • Jugendringe bündeln effektiv Ressourcen der Jugendarbeit auf Kreisebene,
  • Jugendringe knüpfen auf Basis klarer demokratischer Strukturen enge Netzwerke und ermöglichen direkte Beteiligung und Partizipation,
  • Jugendringe greifen neue und aktuelle Themen (jenseits von Fördermitteln) auf: Inklusion, demographischer Wandel, Partizipation und Mobilität.


[1] Die Stakeholderanalyse orientiert sich an einem Modellprojekt der BUNDjugend Baden-Württemberg aus den Jahren 2013-2014 im Rahmen des Programms „Wir sind dabei! – Integration durch soziales Engagement“ der Baden-Württemberg Stiftung (http://www.bundjugend-bw.de/wir-sind-dabei).