Gemeinsam für ein jugendgerechtes Baden-Württemberg

#VisionJungesBW

In Baden-Württemberg leben etwa 11 Millionen Einwohner*innen. Rund 3 Millionen von ihnen sind unter 27 Jahren. Wir vetreten ihre Interessen. Unsere jugendpolitische Visionen für die nächste Legislatur des Landtags von Baden-Württemberg.

Wahlprogramm-Check zur Landtagswahl 2026

#VisionJungesBW im Landtagswahlkampf

Wir haben die Wahlprogramme der sechs Parteien durchgelesen, die derzeit die größte Aussicht auf Einzug in den Landtag haben. Ganz besonders haben wir geprüft, inwiefern sich die Parteien für die Verbesserungen einsetzen, die wir mit unserer #VisionJungesBW fordern.

Was uns dabei aufgefallen ist: an vielen Stellen finden wir unsere Forderungen wieder – das ist richtig gut! Besonders im Bereich Mobilität, Klimaschutz, Unterstützung von Ehrenamt und Jugendbeteiligung wollen die demokratischen Parteien mehr erreichen und Mitsprache, Eigenständigkeit und die Bedingungen für ein gutes Aufwachsen verbessern.

Als eigene Zielgruppe für Politik spielen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene allerdings nur bei zwei der von uns gecheckten Parteien (Grüne, Linke) im Wahlprogramm eine größere Rolle. Bei CDU, SPD und FDP finden junge Menschen vorwiegend im Kontext ihrer schulischen Laufbahn bzw. Ausbildung Erwähnung, vor allem die Freizeitgestaltung – Freiräume, Jugend(verbands)arbeit, kommerzfreie Räume – wird eher gestreift. Hier könnt ihr im Dialog mehr für junge Menschen erreichen!

Die vom Verfassungsschutz BW als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestufte AfD macht unserer Einschätzung nach kein politisches Angebot für Kinder, Jugendliche oder Junge Erwachsene; im Wahlprogramm wird offensichtlich, dass die Partei Ausgrenzung und soziale Spaltung verfolgt, die allen schaden wird.

Unser Wahlprogrammcheck zeigt nur auszugsweise die Haltung der Parteien zu bestimmten Themen auf. Wenn es zu einzelnen Themen keine Angaben gibt, könnt ihr die zum Anlass nehmen, mit den Kandidat*innen in eurem Wahlkreis ins Gespräch zu kommen! Die jeweiligen Wahlprogramme sind öffentlich zugänglich. Sie können bei den Parteien direkt heruntergeladen werden.

Unser Check stellt keine Wahlempfehlung dar. Unser Appell: Wählt demokratisch! #SpaltungSucks. Sprecht uns gerne an, wenn ihr für eure Aktionen zur Landtagswahl Unterstützungsbedarf habt.

Kurzzusammenfassung

Forderung

Grüne

CDU

SPD

FDP

Linke

AfD

Jugendbeteiligung und Jugend-Check

✅ ja

⛔ k. A.

⏺️ teils

✅ ja

✅ ja

⛔ k. A.

Bündnisschutz und Finanzierung

✅ ja

⏺️ teils

✅ ja

⛔ k. A.

✅ ja

❌ nein

Mobilität und D-TicketJugendBW

✅ ja

✅ ja

✅ ja

⏺️ teils

✅ ja

⛔ k. A.

kindgerechter Ganztag

✅ ja

✅ ja

✅ ja

✅ ja

⛔ k. A.

⛔ k. A.

Mentale Gesundheit stärken

⏺️ teils

⏺️ teils

⏺️ teils

⏺️ teils

✅ ja

⛔ k. A.

Freiwilligendienst statt Pflichtjahr

✅ ja

⏺️ teils

✅ ja

⏺️ teils

✅ ja

❌ nein

Klimaschutz und Nachhaltigkeit

✅ ja

⏺️ teils

✅ ja

⏺️ teils

✅ ja

❌ nein

bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen

✅ ja

⏺️ teils

✅ ja

✅ ja

✅ ja

⛔ k. A.

Jugendbeteiligung finden vier von sechs Parteien sehr wichtig. In der konkreten Umsetzung gibt es aber Unterschiede. Grüne und SPD wollen vor allem parlamentarische Formen der Jugendbeteiligung fördern, z. B. Jugendgemeinderäte. Für umfassendere Beteiligung auf kommunaler Ebene setzen sich Linke und FDP ein. CDU und AfD treffen keine Aussagen.

Einen Jugendcheck (analog zur Bundesebene) konnten wir nur bei den Grünen explizit herauslesen, während die SPD zumindest ein ähnliches Verfahren umsetzen will.

Die Fortführung des Masterplans Jugend planen die Grünen und die SPD. Die Linke geht sogar einen Schritt weiter zur Vollfinanzierung der Jugendarbeit. Die FDP erwähnt nur Sportvereine.

Bei der Würdigung und Stärkung von ehrenamtlichem Engagement z.B. durch Bürokratieabbau sind sich die Parteien weitestgehend einig. Auch eine verlässliche Förderung politischer Bildung findet sich bei allen Parteien außer der AfD.

Der Ausbau jugendgerechter und bezahlbarer Mobilität spielt in allen Wahlprogrammen außer dem der AfD eine Rolle, vor allem im ländlichen Raum.

Gerade für junge Menschen schlagen Grüne und SPD kostengünstige, die Linke kostenlose Tickets für den ÖPNV vor. CDU und FDP möchten bezahlbare Mobilität, sind aber zurückhaltend bei Details gerade hinsichtlich ÖPNV bzw. D-Ticket.

Lediglich die AfD will einseitig den motorisierten Individualverkehr fördern.

Bei der kindgerechten Ausgestaltung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung sind sich die demokratischen Parteien fast alle einig: Im Wahlprogramm der CDU, der Grünen, der SPD und der FDP wird die Kooperation mit außerschulischen Akteuren betont. Wahlfreiheit und Qualitätsstandards sind hier ebenfalls wichtige Punkte.

An dieser Stelle möchten wir nur kurz darauf hinweisen, dass sich auch andere Vereine als Partner im Ganztag eignen als der genannte Sport 🙃(looking at you, Grüne und SPD).

Sidenote: Grüne, SPD und Linke wollen kostenloses Schulessen. Das finden wir gut.

Für Gesundheitsförderung, Prävention und Intervention sprechen sich fünf von sechs Parteien aus. Allerdings gibt es in der vorgeschlagenen Bearbeitung aus unserer Sicht Qualitätsunterschiede.

Die einen wollen das Thema auch bzw. mehr im Schulunterricht verankern, die anderen vor allem die stationären Angebote ausbauen. Das sind alles wichtige Schritte, aber wir vermissen den Ausbau niedrigschwelliger Hilfsangebote in Krisensituationen und präventiver Maßnahmen.  Dahingehend erwähnen nur die Linken den Ausbau lokaler Anlaufstellen.

Die Diskussion rund um die Wehrpflicht wird auf Bundesebene geführt – auf Landesebene wollen fünf von sechs Parteien aber dafür sorgen, dass Freiwilligendienste ausgebaut werden – teilweise mit attraktiven Zusatzleistungen für die Dienstleistenden.

Die AfD spricht sich im Wahlprogramm für eine allgemeine Wehrpflicht aus, Freiwilligendienste kommen nicht vor.

Vor allem hinsichtlich Ziels der Klimaneutralität unterscheiden sich die Parteien stark: Die Linke fordert Netto-Null-Emission bis 2035, Grüne und SPD Klimaneutralität bis 2040, die FDP Klimaneutralität bis 2050 und die CDU hat zwar das Ziel 2036, spricht aber von „Klimaanpassung“. Die AfD leugnet weiterhin den menschengemachten Klimawandel.

Arten-, Natur- und Umweltschutz ist für alle Parteien ein wichtiges Thema, mit unterschiedlichen Akzenten.

Bezahlbarer Wohnraum spielt bei der Landtagswahl eine wichtige Rolle.

Grüne, SPD, FDP und Linke wollen die Förderung von Wohnheimplätzen für Ausbildung und Studium ausbauen.

Vielleicht auch interessant: Soziale Wohnraumförderung, von der z. B. junge Berufseinsteiger*innen und junge Familien profitieren, ist für vier von sechs Parteien ein wichtiges Thema; FDP und AfD konzentrieren sich auf Eigenheimförderung.

Forderung

Grüne

CDU

SPD

FDP

Linke

AfD

Jugendbeteiligung und Jugend-Check

S. 71

-

S. 56

S. 78

S. 67

S. 79

Bündnisschutz und Finanzierung

S. 71

S. 47

S. 26, S. 31

S. 31

S. 46

S. 57, S. 79

Mobilität und D-TicketJugendBW

S. 36, S. 48, S. 51

S. 25 ff.

S. 40 f.

S. 42, S. 44, S. 46

S. 11, S. 51 ff., S. 69

S. 64,

S. 115 ff.

kindgerechter Ganztag

S. 13, S. 72

S. 39

S. 13, S. 52

S. 22

S. 24

S. 54

Mentale Gesundheit stärken

S. 33

S. 82

S. 22 f.

S. 35, S. 87, S. 102

S. 15

S. 36

Freiwilligendienst statt Pflichtjahr

S. 70

S. 39

S. 27

S. 35, S. 113

S. 60

S. 129

Klimaschutz und Nachhaltigkeit

S. 38

S. 62

S. 37 f.

S. 14, S. 16

S. 48 f., S. 58

S. 62f., S. 82

bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen

S. 57

S. 51

S. 17, S. 47

S. 11, S. 30, S. 91

S. 9, S. 45

S. 34

 

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